Kursinhalte
Ein Patient – ein gemeinsamer Behandlungsprozess
Wie unterschiedlich nehmen mehrere Osteopathen denselben Patienten wahr? Welche Befunde sind für die Behandlung relevant? Wo beginnen wir – und wie entwickelt sich daraus der weitere Behandlungsweg?
Genau hier setzt Osteopathie Intensiv – Gemeinsam behandeln an.
Im Mittelpunkt dieses 4-Tage-Specials steht die intensive gemeinsame Arbeit an realen Patienten. Statt möglichst viele Fälle oder neue Techniken in kurzer Zeit zu behandeln, nimmt sich die Gruppe bewusst Zeit, einzelne Patienten ausführlich zu untersuchen, zu befunden und gemeinsam zu behandeln.
Voraussichtlich werden pro Kurstag ein bis zwei Patienten in den Kurs kommen. Jeder Fall wird von der Anamnese und Untersuchung über die Behandlung bis zur abschließenden Besprechung gemeinsam begleitet.
Gemeinsam befunden und behandeln
Unter Anleitung des Dozenten untersuchen die Teilnehmer denselben Patienten und bringen ihre eigenen palpatorischen Wahrnehmungen und Befunde ein. Diese werden zusammengetragen, verglichen und gemeinsam eingeordnet.
Welche Befunde erscheinen besonders relevant? Wo zeigen sich Zusammenhänge? Welche therapeutische Priorität ergibt sich daraus?
Auf dieser Grundlage entwickelt die Gruppe gemeinsam mit dem Dozenten den Behandlungsweg. Dabei können je nach Patient parietale, viszerale, craniosacrale, neurale und weitere osteopathische Ansätze miteinander verbunden werden. Es gibt keine vorgegebene Technikabfolge – der individuelle Befund bestimmt das Vorgehen.
Die Teilnehmer beobachten die Behandlung dabei nicht nur, sondern werden aktiv einbezogen und behandeln gemeinsam mit dem Dozenten.

Mehrhändetechniken und gemeinsame Wahrnehmung
Ein besonderer Bestandteil des Specials ist das Arbeiten mit mehreren Händen. Mehrere Therapeuten können gleichzeitig an unterschiedlichen Körperregionen oder Strukturen arbeiten und dabei unmittelbar wahrnehmen, wie sich Veränderungen innerhalb des Körpers fortsetzen und gegenseitig beeinflussen.
So können Reaktionen während der Behandlung direkt miteinander verglichen und in das weitere Vorgehen einbezogen werden.
Mehrhändetechniken werden dabei nicht als festgelegtes Behandlungsschema eingesetzt, sondern dort, wo sie sich aus der jeweiligen Situation sinnvoll ergeben.
Behandlung bedeutet auch Re-Evaluation
Der erste Befund gibt die Richtung vor – er legt jedoch nicht die gesamte Behandlung fest. Deshalb wird während der gemeinsamen Arbeit immer wieder überprüft, was sich verändert hat.
Wie reagiert der Patient auf einen Behandlungsschritt? Welche Befunde haben sich verändert? Bleibt die ursprüngliche Priorität bestehen oder ergibt sich ein neuer Ansatz?
Durch dieses fortlaufende Befunden, Behandeln und Re-Evaluieren wird unmittelbar nachvollziehbar, wie sich therapeutische Entscheidungen im Verlauf einer osteopathischen Behandlung entwickeln können.
Gemeinsam auswerten und verstehen
Jeder Patientenfall wird anschließend ausführlich in der Gruppe besprochen. Dabei werden die unterschiedlichen Wahrnehmungen zusammengeführt, Behandlungsschritte nachvollzogen und die beobachteten Veränderungen reflektiert.
Der Dozent erläutert seine Überlegungen und Entscheidungen und ordnet die verschiedenen Befunde und Sichtweisen gemeinsam mit der Gruppe ein.
So entsteht Raum für einen fachlichen Austausch, der über die einzelne Behandlung hinausgeht und dabei unterstützt, das eigene osteopathische Denken und die Wahrnehmung am Patienten weiterzuentwickeln.

Maximal 14 Teilnehmer
Damit alle Teilnehmer aktiv in Untersuchung, Behandlung und Fallbesprechung einbezogen werden können, ist das Special bewusst auf maximal 14 Personen begrenzt.
Die kleine Gruppe ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes: Jeder Teilnehmer soll die Möglichkeit erhalten, eigene Wahrnehmungen einzubringen, direkt am Patienten zu arbeiten und die Entwicklung der Behandlung unmittelbar mitzuerleben.
Offen für Osteopathen unterschiedlicher Ausbildungswege
Für die Teilnahme ist es nicht erforderlich, die osteopathische Aus- oder Fortbildung an unserem Institut absolviert zu haben.
Das Special richtet sich an Osteopathen sowie fortgeschrittene Teilnehmer einer osteopathischen Ausbildung, die bereits über praktische Kenntnisse in osteopathischer Untersuchung und Behandlung verfügen.
Unterschiedliche Ausbildungswege und Erfahrungen sind ausdrücklich willkommen und können zusätzliche Perspektiven in die gemeinsame Arbeit am Patienten einbringen.
Schwerpunkte des 4-Tage-Specials
- Intensive Arbeit an voraussichtlich ein bis zwei Patienten pro Kurstag
- Gemeinsame Untersuchung und Befundung
- Einordnung und Gewichtung unterschiedlicher Wahrnehmungen
- Entwicklung eines individuellen Behandlungsweges
- Gemeinsame Behandlung mit dem Dozenten
- Mehrhändetechniken
- Verbindung verschiedener osteopathischer Ansätze
- Re-Evaluation während des Behandlungsverlaufs
- Ausführliche Fallbesprechung und fachlicher Austausch
Ein Patientenfall wird nicht nur demonstriert – die Gruppe erlebt und gestaltet den gesamten osteopathischen Behandlungsprozess gemeinsam.
Kursinfos
4-Tages Kurs
Fortbildungspunkte:
1. Kurstag: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
2. Kurstag: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
3. Kurstag: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
4. Kurstag: 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr