Viszerale Osteopathie


Die Sprache der Organe verstehen

Die viszerale Osteopathie beschäftigt sich mit den inneren Organen und ihren funktionellen Beziehungen zum gesamten Körper. Organe arbeiten niemals isoliert. Über Faszien, Bänder, Gefäße und Nerven stehen sie in ständigem Austausch mit anderen Strukturen und beeinflussen Haltung, Bewegung sowie zahlreiche Regulationsprozesse.

Beschwerden entstehen deshalb häufig nicht dort, wo ihre eigentliche Ursache liegt. Funktionelle Einschränkungen der Organe können sich auf entfernte Körperregionen übertragen und den Bewegungsapparat, das vegetative Nervensystem oder andere Körpersysteme beeinflussen.

Die viszerale Osteopathie vermittelt das Verständnis für diese Zusammenhänge und zeigt, wie sie gezielt in Untersuchung und Behandlung berücksichtigt werden können.

Untersuchung und Befundung als Grundlage

Jede erfolgreiche Behandlung beginnt mit einer präzisen Untersuchung. Deshalb bildet die systematische viszerale Befundung den Ausgangspunkt der gesamten Ausbildung.

Du entwickelst deine palpatorischen Fähigkeiten Schritt für Schritt weiter und lernst verschiedene Listening-Techniken anzuwenden, um Spannungsmuster, Bewegungseinschränkungen und funktionelle Zusammenhänge sicher zu erkennen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beurteilung von Mobilität und Motilität der inneren Organe. Beide Bewegungsformen liefern wichtige Informationen über den funktionellen Zustand eines Organs und bilden eine wesentliche Grundlage für die weitere Behandlungsstrategie.

Die Organe im funktionellen Zusammenhang

Organe beeinflussen sich gegenseitig und stehen gleichzeitig in enger Beziehung zum Bewegungsapparat und zum vegetativen Nervensystem.

Über fasziale, ligamentäre, nervale und vaskuläre Verbindungen entstehen funktionelle Wechselwirkungen, die weit über die eigentliche Organregion hinausreichen können.

Dadurch können Beschwerden beispielsweise an Schulter, Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule oder Becken entstehen, obwohl ihre Ursache im viszeralen System liegt.

Die Ausbildung vermittelt dir, diese Zusammenhänge sicher zu erkennen und in deine osteopathische Betrachtung einzubeziehen.

Von der Befundung zur Behandlung

Auf Grundlage des osteopathischen Befundes entwickelst du individuelle Behandlungsstrategien für unterschiedliche Organsysteme.

Schritt für Schritt lernst du die Untersuchung und Behandlung des Oberbauchs, Unterbauchs, Urogenitaltrakts sowie der Brustorgane kennen und vertiefst dein Verständnis für deren funktionelle Zusammenhänge.

Dabei steht stets die praktische Umsetzbarkeit im Mittelpunkt. Alle Techniken lassen sich unmittelbar in den Praxisalltag integrieren und sinnvoll mit den parietalen sowie cranialen und neuralen Behandlungskonzepten verbinden.

Schritt für Schritt zur sicheren Anwendung

Die Ausbildung beginnt mit dem Kurs VM Untersuchung und Behandlung, in dem die Grundlagen der viszeralen Befundung, des Listenings sowie der Untersuchung und Behandlung vermittelt werden.

Darauf aufbauend beschäftigen sich die einzelnen Kurse systematisch mit den Organen des Oberbauchs (VM 1), Unterbauchs (VM 2), Urogenitaltrakts (VM 3) und den Brustorganen (VM 4).

Im Kurs VM Organsprache (VM 5) werden funktionelle und emotionale Zusammenhänge der Organe vertieft und in einen erweiterten osteopathischen Zusammenhang eingeordnet.

Den Abschluss bildet der VM Expert, in dem komplexe klinische Zusammenhänge analysiert und individuelle Behandlungsstrategien anhand anspruchsvoller Fallbeispiele weiterentwickelt werden.

Ein zentraler Bestandteil der Osteopathie

Gemeinsam mit den parietalen sowie cranialen und neuralen Ausbildungsbereichen bildet die viszerale Osteopathie einen der drei wesentlichen Pfeiler der Osteopathie.

Sie erweitert den Blick auf den menschlichen Körper um die funktionellen Beziehungen der Organe und ergänzt die osteopathische Behandlung um eine wichtige diagnostische und therapeutische Perspektive.

Flexible Gestaltung deiner Ausbildung

Die viszeralen Kurse können flexibel und unabhängig voneinander besucht werden.

Die Nummerierung dient heute in erster Linie der Orientierung. Dadurch hast du die Möglichkeit, entsprechend deiner Vorkenntnisse und Interessen individuelle Schwerpunkte zu setzen und deinen Ausbildungsweg flexibel zu gestalten.

Für die Kurse VM Organsprache (VM 5) sowie den VM Expert empfehlen wir, zuvor mindestens zwei viszerale Kurse besucht zu haben, um optimal von den weiterführenden Inhalten zu profitieren.

Schwerpunkte der viszeralen Ausbildung

  • Systematische Untersuchung und Behandlung der inneren Organe nach osteopathischen Prinzipien
  • Erlernen einer strukturierten viszeralen Befundung als Grundlage jeder Behandlung
  • Entwicklung präziser palpatorischer Fähigkeiten und Anwendung osteopathischer Listening-Techniken zur Untersuchung und Behandlungsplanung
  • Untersuchung und Behandlung der Organe des Oberbauchs, Unterbauchs, Urogenitaltrakts und Brustkorbs
  • Beurteilung von Mobilität und Motilität sowie deren Bedeutung für die Organfunktion
  • Verständnis der faszialen, ligamentären, nervalen und vaskulären Verbindungen der Organe
  • Erkennen der funktionellen Zusammenhänge zwischen Organen, Bewegungsapparat und vegetativem Nervensystem
  • Entwicklung individueller osteopathischer Behandlungsstrategien auf Grundlage des Gesamtbefundes
  • Einbeziehung funktioneller und emotionaler Zusammenhänge im Kurs VM Organsprache
  • Vertiefung komplexer klinischer Zusammenhänge und Behandlungsstrategien im VM Expert
  • Fundierte anatomische Kenntnisse der Bauch- und Brustorgane als Grundlage einer präzisen und sicheren Organbehandlung