Viszerale Manipulation Oberbauch (VM 1)

Leber, Gallenblase, Magen und Zwerchfell – viszerale Dynamik im Zentrum des Körpers

Kursinhalte

Die Organe des Oberbauchs gehören zu den wichtigsten funktionellen Zentren des menschlichen Körpers. Sie beeinflussen Verdauung, Stoffwechsel, Atmung, Haltung und Bewegungsdynamik und stehen über Faszien, Bänder, Gefäße und Nerven in enger Verbindung mit zahlreichen anderen Strukturen des Organismus.

Bewegungseinschränkungen, Verklebungen oder Spannungsmuster in diesem Bereich können weitreichende Auswirkungen auf die Funktion des gesamten Körpers haben. Häufig zeigen sich die Folgen nicht nur lokal, sondern auch in Form von Beschwerden der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule, Einschränkungen der Atmung oder Veränderungen der Körperstatik.

In diesem Kurs beschäftigst du dich intensiv mit den zentralen Organen des Oberbauchs – Leber, Gallenblase, Magen und Zwerchfell. Du lernst ihre anatomischen Beziehungen, physiologischen Funktionen und funktionellen Zusammenhänge zu verstehen und gezielt in deine osteopathische Arbeit zu integrieren.

Die zentrale Bedeutung des Oberbauchs

Der Oberbauch stellt eine wichtige Schnittstelle zwischen Atmung, Verdauung und Bewegung dar.

Besonders Leber, Magen und Zwerchfell beeinflussen sich gegenseitig kontinuierlich. Gleichzeitig stehen sie über ihre faszialen Verbindungen in engem Kontakt zu Brustkorb, Wirbelsäule, Schultergürtel und Becken.

Einschränkungen innerhalb dieses Systems können die Beweglichkeit der Organe reduzieren und langfristig funktionelle Anpassungen im gesamten Körper hervorrufen.

Im Kurs lernst du, diese Zusammenhänge zu erkennen und ihre Bedeutung für Untersuchung und Behandlung besser zu verstehen.

Anatomie und Funktion verstehen

Eine erfolgreiche viszerale Behandlung setzt ein fundiertes Verständnis der Anatomie und Physiologie voraus.

Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit den anatomischen Beziehungen der Oberbauchorgane sowie deren funktionellen Aufgaben innerhalb des Organismus.

Dabei werden sowohl physiologische Abläufe als auch pathophysiologische Veränderungen betrachtet, um klinische Zusammenhänge besser nachvollziehen und osteopathisch einordnen zu können.

Listening und Palpation

Ein wesentlicher Bestandteil der Viszeralen Manipulation ist die Entwicklung einer präzisen Wahrnehmung.

Im Kurs vertiefst du deine Fähigkeiten in Listening und Palpation und lernst, Spannungsmuster, Bewegungseinschränkungen und funktionelle Veränderungen der Organe sicher zu erkennen.

Dabei entwickelst du ein besseres Verständnis für die Dynamik viszeraler Strukturen und deren Bedeutung innerhalb des osteopathischen Gesamtkonzeptes.

Die Leber – ein zentrales Organ der viszeralen Osteopathie

Die Leber zählt zu den größten und wichtigsten Organen des Körpers und besitzt zahlreiche funktionelle Verbindungen zum Bewegungsapparat.

Durch ihre Größe, ihre ligamentären Aufhängungen und ihre Beziehung zum Zwerchfell kann sie erheblichen Einfluss auf Haltung, Beweglichkeit und Spannungsmuster innerhalb des Körpers ausüben.

Du lernst, die Leber osteopathisch zu untersuchen und gezielte Techniken zur Verbesserung ihrer Mobilität und Funktion anzuwenden.

Gallenblase und funktionelle Zusammenhänge

Die Gallenblase steht in enger Beziehung zur Leber und beeinflusst zahlreiche funktionelle Prozesse innerhalb des Oberbauchs.

Im Kurs beschäftigst du dich mit ihrer Anatomie, ihren Verbindungen und ihrer Bedeutung innerhalb viszeraler Behandlungskonzepte. Du lernst, Bewegungseinschränkungen zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Magen und sphinkterbezogene Techniken

Der Magen bildet eine zentrale Verbindung zwischen Speiseröhre und Dünndarm und besitzt vielfältige Beziehungen zu Zwerchfell, Leber und umliegenden Strukturen.

Besonderes Augenmerk liegt auf den funktionellen Zusammenhängen der Sphinkteren sowie deren Bedeutung für die Beweglichkeit und Regulation des Verdauungssystems.

Du lernst gezielte Untersuchungstechniken und Behandlungsmöglichkeiten für Magen und angrenzende Strukturen kennen.

Das Zwerchfell als Schlüsselstruktur

Das Zwerchfell nimmt innerhalb der Viszeralen Manipulation eine besondere Stellung ein.

Als wichtigster Atemmuskel beeinflusst es nicht nur die Atmung, sondern auch die Beweglichkeit der Organe, die Druckverhältnisse im Körper sowie die Funktion zahlreicher faszialer Verbindungssysteme.

Einschränkungen des Zwerchfells können weitreichende Auswirkungen auf Statik, Bewegung und Organfunktion haben.

Im Kurs lernst du, das Diaphragma differenziert zu untersuchen und gezielt zu behandeln.

Bewegungsphysiologie und viszerale Dynamik

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis normaler und veränderter Organbewegungen.

Du beschäftigst dich mit den Prinzipien der Bewegungsphysiologie und Bewegungspathologie und lernst, wie sich Einschränkungen der Organmobilität auf Funktion und Regulation auswirken können.

Dadurch entsteht ein tieferes Verständnis für die Dynamik viszeraler Systeme.

Von der Untersuchung zum Behandlungskonzept

Neben den einzelnen Organen vermittelt der Kurs ein strukturiertes Behandlungskonzept für den Oberbauch.

Du lernst, Befunde sinnvoll miteinander zu verknüpfen, Prioritäten zu setzen und daraus eine nachvollziehbare therapeutische Strategie abzuleiten.

Die vermittelten Techniken lassen sich unmittelbar in die tägliche Praxis integrieren und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere viszerale Ausbildung.

Ein zentraler Kurs der Viszeralen Manipulation

Die Arbeit mit Leber, Gallenblase, Magen und Zwerchfell gehört zu den wichtigsten Grundlagen der viszeralen Osteopathie. Die hier vermittelten Konzepte und Techniken schaffen ein tiefes Verständnis für die funktionellen Zusammenhänge des Oberbauchs und deren Einfluss auf den gesamten Organismus.

Damit bildet dieser Kurs einen wesentlichen Baustein für die weitere Arbeit innerhalb der Viszeralen Manipulation.

Dein Nutzen für die Praxis

Nach diesem Kurs verfügst du über ein fundiertes Verständnis der Anatomie, Physiologie und funktionellen Beziehungen der Oberbauchorgane. Du lernst, Bewegungseinschränkungen sicher zu erkennen, viszerale Befunde gezielt zu interpretieren und effektive Behandlungstechniken für Leber, Gallenblase, Magen und Zwerchfell anzuwenden.

Die vermittelten Inhalte erweitern deine diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten und lassen sich unmittelbar in die osteopathische Praxis integrieren.

Schwerpunkte des Kurses

  • Anatomie und Physiologie des Oberbauchs
  • Listening und viszerale Palpation
  • Bewegungsphysiologie und Bewegungspathologie
  • Untersuchung und Behandlung der Leber
  • Untersuchung und Behandlung der Gallenblase
  • Magenbehandlung und sphinkterbezogene Techniken
  • Untersuchung und Behandlung des Zwerchfells
  • Referenzpunkte und viszerale Orientierung
  • Behandlungskonzepte für den Oberbauch
  • Integration in das osteopathische Gesamtkonzept

 


„Wenn der Atem frei fließt, findet auch die Bewegung im Inneren ihren Rhythmus.“


 

Kursinfos

3-Tage-Kurs (ohne Webinare und Videos)

Fortbildungspunkte: 27

1. Kurstag: 9.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr
2. Kurstag: 9.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr
3. Kurstag: 9.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr

Schulungstermine für diesen Kurs

Nach Datum geordnet:

Empfohlene Literatur

  • Lehrbuch der viszeralen Osteopathie I
    J.P. Barral
  • Prometheus - Hals und Innere Organe
    Schünke, Schulte, Schumacher
  • Viszeralosteopathie Grundlagen und Techniken
    Eric Hebgen
  • Die Botschaften unseres Körpers
    J.P. Barral

Stimmen unserer Kursteilnehmer

Viel Praxis, tolle Dozenten, optimaler Lehrgangsort, sofort umsetzbar in die Praxis, gute Infrastruktur am Lehrgangsort, sehr gute Erreichbarkeit des Instituts (Telefon/eMail). Ausreichend Zeit für Praxis, klar und verständlich strukturiert, gutes Skript, fachlich sehr hochwertig, immer Platz für Fragen.

– S. Hein