Strain Counterstrain

Schmerz verstehen – Spannungen lösen – Funktion sanft wiederherstellen

Kursinhalte

Strain Counterstrain nach Dr. Lawrence H. Jones gehört zu den sanftesten und zugleich effektivsten Behandlungsmethoden innerhalb der Osteopathie. Die Technik basiert auf der Erkenntnis, dass viele Schmerzen und Bewegungseinschränkungen durch Schutzspannungen des neuromuskulären Systems entstehen können.

Anstatt Gewebe aktiv zu dehnen, Gelenke zu mobilisieren oder Widerstände zu überwinden, nutzt Strain Counterstrain die natürliche Fähigkeit des Körpers zur Entspannung. Durch eine präzise Positionierung wird das betroffene Gewebe in eine schmerzfreie und entlastete Stellung gebracht. Dadurch kann sich das neuromuskuläre System neu organisieren, Spannungen reduzieren und Beweglichkeit wiederherstellen.

Die Methode zeichnet sich durch ihre hohe Präzision, ihre sanfte Anwendung und ihre erstaunliche Wirksamkeit aus und gehört heute zu den wichtigsten funktionellen Behandlungstechniken der Osteopathie.

Die Entdeckung von Dr. Lawrence H. Jones

Die Strain Counterstrain-Technik entstand aus einer klinischen Beobachtung von Dr. Lawrence H. Jones.

Er stellte fest, dass sich viele Schmerzen deutlich reduzieren ließen, wenn bestimmte Körperregionen in eine Position maximaler Entspannung gebracht wurden. Aus dieser Beobachtung entwickelte sich ein strukturiertes Behandlungskonzept, das heute weltweit erfolgreich angewendet wird.

Im Kurs lernst du die theoretischen Grundlagen dieser Methode kennen und entwickelst ein tiefes Verständnis für die Prinzipien, die hinter ihrer Wirksamkeit stehen.

Der neurophysiologische Hintergrund

Ein wesentlicher Bestandteil des Kurses ist das Verständnis der neurophysiologischen Mechanismen hinter Strain Counterstrain.

Du lernst, wie Schutzreflexe, Muskelspindeln, Gelenkrezeptoren und neurologische Regelkreise an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Dysfunktionen beteiligt sein können. Dieses Wissen ermöglicht es, Beschwerden nicht nur mechanisch, sondern auch funktionell und neurophysiologisch zu verstehen.

Dadurch wird nachvollziehbar, weshalb die Technik häufig sowohl bei akuten als auch bei chronischen Beschwerden bemerkenswerte Ergebnisse erzielen kann.

Tenderpoints erkennen und verstehen

Das zentrale diagnostische Werkzeug der Methode sind die sogenannten Tenderpoints.

Tenderpoints sind klar definierte Druckschmerzpunkte, die Hinweise auf zugrunde liegende funktionelle Dysfunktionen geben können. Sie dienen sowohl der Befundung als auch der Kontrolle des Behandlungserfolges.

Im Kurs lernst du, Tenderpoints sicher zu lokalisieren, ihre Bedeutung zu interpretieren und sie gezielt in deine Untersuchung und Behandlung einzubeziehen.

Das Prinzip der Dysfunktion

Strain Counterstrain betrachtet viele Beschwerden als Ausdruck eines anhaltenden Schutzmusters innerhalb des neuromuskulären Systems.

Durch gezielte Positionierung wird dieses Muster unterbrochen und dem Körper ermöglicht, in einen Zustand reduzierter Spannung zurückzufinden. Die Behandlung erfolgt dabei äußerst schonend und respektiert die natürlichen Schutzmechanismen des Organismus.

Gerade diese sanfte Herangehensweise macht die Methode für viele Patienten besonders angenehm.

Ein Behandlungskonzept für den gesamten Körper

Die Prinzipien von Strain Counterstrain lassen sich auf zahlreiche Regionen des Körpers anwenden.

Im Kurs lernst du die systematische Untersuchung und Behandlung von Tenderpoints und Dysfunktionen an:

  • Halswirbelsäule (HWS)
  • Brustwirbelsäule (BWS)
  • Rippen
  • Lendenwirbelsäule (LWS)
  • Becken
  • Sakrum
  • Schädel

Dadurch entsteht ein umfassendes Behandlungssystem, das auf viele unterschiedliche Beschwerdebilder angewendet werden kann.

Von der Halswirbelsäule bis zum Schädel

Besondere Aufmerksamkeit gilt den funktionellen Zusammenhängen zwischen Wirbelsäule, Becken und Schädel.

Du lernst, wie sich Spannungsmuster innerhalb des Körpers ausbreiten können und wie die Behandlung einzelner Tenderpoints Einfluss auf größere funktionelle Zusammenhänge nimmt.

Diese systemische Betrachtungsweise erweitert das osteopathische Verständnis und verbessert die klinische Entscheidungsfindung.

Sanft, präzise und patientenfreundlich

Ein großer Vorteil von Strain Counterstrain liegt in der schonenden Anwendung.

Die Technik eignet sich sowohl für akute als auch für chronische Beschwerden und wird von Patienten häufig als sehr angenehm empfunden. Da keine forcierte Mobilisation oder Manipulation erfolgt, kann die Methode auch bei empfindlichen Patienten oft problemlos eingesetzt werden.

Im Kurs entwickelst du Sicherheit in der Anwendung und lernst, die Positionierung präzise und reproduzierbar umzusetzen.

Indikationen und Kontraindikationen

Neben den praktischen Techniken werden auch die klinischen Einsatzmöglichkeiten der Methode ausführlich besprochen.

Du lernst, bei welchen Beschwerdebildern Strain Counterstrain besonders sinnvoll eingesetzt werden kann und welche Faktoren bei der Auswahl der Behandlung berücksichtigt werden sollten. Ebenso werden mögliche Kontraindikationen und Grenzen der Methode behandelt.

Ein wichtiger Baustein der funktionellen Osteopathie

Strain Counterstrain vermittelt einen besonderen Blick auf die Entstehung von Schmerzen und Dysfunktionen. Die Methode verbindet präzise Befundung mit einer äußerst sanften Behandlung und erweitert das Verständnis für die neurophysiologischen Zusammenhänge innerhalb des Bewegungsapparates.

Dadurch stellt sie eine wertvolle Ergänzung zu vielen anderen osteopathischen Behandlungskonzepten dar.

Dein Nutzen für die Praxis

Nach diesem Kurs verfügst du über ein fundiertes Verständnis der Strain Counterstrain-Methode nach Dr. Lawrence H. Jones. Du lernst, Tenderpoints sicher zu lokalisieren, neurophysiologische Zusammenhänge besser zu verstehen und Dysfunktionen mit einer sanften, präzisen Technik effektiv zu behandeln.

Die vermittelten Konzepte lassen sich unmittelbar in die tägliche Praxis integrieren und erweitern deine Möglichkeiten in der Behandlung akuter und chronischer Beschwerden erheblich.

Schwerpunkte des Kurses

  • Strain Counterstrain nach Dr. Lawrence H. Jones
  • Neurophysiologische Grundlagen der Methode
  • Das Prinzip osteopathischer Dysfunktionen
  • Untersuchung und Bewertung von Tenderpoints
  • Behandlung der Halswirbelsäule
  • Behandlung der Brustwirbelsäule und Rippen
  • Behandlung der Lendenwirbelsäule
  • Behandlung von Becken und Sakrum
  • Behandlung des Schädels
  • Indikationen und Kontraindikationen
  • Integration in osteopathische Behandlungskonzepte

 


„Nicht jede Dysfunktion muss korrigiert werden –
manchmal genügt es, dem Körper die Möglichkeit zu geben, loszulassen.“


 

Kursinfos

Fortbildungspunkte: 40

1. Kurstag: 9.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr
2. Kurstag: 9.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr
3. Kurstag: 9.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr

Schulungstermine für diesen Kurs

Nach Datum geordnet:

Empfohlene Literatur

  • Strain and Counterstrain
    Jones

Stimmen unserer Kursteilnehmer

Zunächst habe ich mich für das Institut aufgrund einer Empfehlung bezüglich Cranio-Kurse entschieden. Da mich weiterführend die flexible Kursplanung und individuelle Gestaltung begeistert haben, geht mein Weg hier nun weiter.

– K.F.